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Das Ungewisse

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Das Ungewisse (Teil 2)

Leider wußte ich nicht, wie ich ihr helfen konnte. Der Blutegel war wohl ohne Zweifel giftig gewesen. Zum Erbrechen konnte ich sie nicht mehr bringen – es hätte nichts mehr genutzt. Fieber bekam sie nun auch. Sie sprach immer unzusammenhängender. Leider konnte sie mir auch nicht antworten. Angesichts ihres Zustandes bekam ich Angst. Richtig Angst um sie. Ich gab ihr ein paar fiebersenkende Mittel und legte ihr kalt-nasse Tücher auf die Stirn, und gab ihr mehr zu trinken, als wir sonst tranken. Ihr Zustand wurde wenigstens irgendwann nicht schlimmer. Die vegetativen Reflexe funktionierten, und wenn ich ihr etwas zu Essen gab, so konnte sie schlucken. Und sie erkannte mich – das tröstete mich. Ich befürchtete ja nun alles. Irgendwann schlief sie ein. Ich hielt sie dabei fest in meinen Armen. Mehr als je zuvor, wurde mir bewußt, wie wichtig sie mir war. Ich hatte nur sie – ich war verloren ohne sie.
Da ich am nächsten Morgen von einem Stoß in die Rippen aufwachte, mußte ich wohl doch irgendwann eingeschlafen sein. Jane schlief noch. Sie hatte im Schlafe ihren Ellbogen in meine Rippen gestoßen. Ich lag noch eine Weile so da, um sie nicht aufzuwecken; fragte mich, wie es ihr wohl ginge, wenn sie aufwacht. Sanft griff ich ihr auf die Stirn, die immer noch naß vom Schweiß war. Sie war noch immer heiß. Das beunruhigte mich. Ich versuchte mich aber einzukriegen und starrte auf die hellblaue Zeltplane. Eigenartig : an den Schwefelgeruch hatte ich mich schon derart gewohnt, daß ich ihn gar nicht mehr wahrnahm. Irgendwann hörte ich Janes Stimme. Es war ein aufmucksen. Als ob sie etwas bedrücke. Ich sprach zu ihr, obwohl ich mir nicht sicher war ob sie mich verstünde.
„Hast du Hunger ?“, fragte ich.
„Nein, die Klackons wollen nicht mit Essen heiraten !!“, sagte sie scherzend.
Ich gab ihr etwas zu Essen, und sie aß. Es schien ihr nicht besser zu gehen, als am Vortag. Sie machte einige Gehversuche, aber die scheiterten, wie wenn sie betrunken wäre.
Ich baute das Zelt ab, und packte unsere Sachen zusammen, und erblickte die grünen Hügel. Sie schienen nun sehr viel ferner zu stehen. Sie waren sehr viel ferner. Ich wußte nicht, wann Jane wieder gesund werden würde. Und gestern verbrauchte ich mehr Wasser, als ich hätte dürfen. Und vor allem : es half nichts ! Das regte mich auf. Aber ich konnte nichts tun.
Ich machte aus dem Zelt eine Barre, und konnte zwei Räder dran anbringen, welche an den Proviantkanistern waren. Den einen Proviantkanister gab ich ihr also zu ihren Füßen, weil dieser keine Räder mehr hatte.Und so zog ich sie und unser Gepäck durch die Landschaft. Ich kam nur sehr langsam voran – mir ging alle halbe Stunde die Puste aus, sodaß ich eine Viertel Stunde Pause machen mußte. Die Steppenlandschaft, durch die ich ging, konnte kein Überleben mehr sichern – nicht aus der Lage mehr. Nicht für uns zwei. Deswegen mußte ich unbedingt die Hügel erreichen. Manchmal waren sie verschwunden, wenn die Luft zu trübe war. Dann aber, nach einigen Stunden kamen sie wieder zum Vorschein. Das war auch der Zeitpunkt, wo ich am Ende meiner Kräfte war, und beschloß, wieder das Zeltlager aufzuschlagen. Jane war eingeschlafen, und atmete schnell. Die Angst hatte mich weit getrieben, aber nun mußte ich auch noch Kraft übrig haben, das Lager aufzuschlagen. Als ich ihr auf die Stirn griff erschrak ich. Sie hatte außerordentlich hohes Fieber. Schnell tauchte ich wieder einige Lappen in kühles Wasser und gabs auf ihre Stirn. Sie atmete aber immer schneller. Ich mußte sie wecken, damit sie ihre fiebersenkende Pillen nehmen konnte. Aber sie wachte nicht auf. Daraufhin schüttelte ich sie, und schrie sie verzweifelt an – ohne Erfolg. Sie muckste nur kurz, als ich sie wieder losließ. Ich fühlte mich hilflos. Ich wühlte noch einmal alles durch, was wir hatten, aber ich konnte nicht denken. Ich war in Panik, obwohl ich eine Ausbildung hatte, wie man das unterdrücken könnte. Es nützte nichts – ich machte sogar einiges kaputt bei diesem hektischen Suchen. Immer wieder ging ich zu ihr hin, versuchte sie wieder aufzuwecken – wechselte den Lappen – hüllte sie in mehrere genässte Lappen, und suchte wieder weiter. Ich fand eine Spritze, aber mittlerweile war es schon sehr dunkel geworden, sodaß ich nicht lesen konnte, was draufstand. Plötzlich schrie Jane : „DAN !!“, und ich lief zu ihr. Sie schaute mich mit angsterfüllten Augen an, und ich wurde noch verzweifelter. Schnell aber griff ich zu einem Becher, füllte ihn mit Wasser und gab ihr die Pillen in den Mund – daraufhin das Wasser. Sie trank, als ob sie seit einigen Tagen nichts mehr getrunken hätte, und hielt dabei fest meine Hand.
„Du kannst loslassen.“, sagte ich zu ihr sanft. Das Zelt war noch nicht ganz aufgebaut. Die Sachen noch nicht verstaut. Aber Jane hielt weiter meine Hand fest, und atmete noch immer so schnell wie zuvor. Langsam zog ich meine Hand weg, und versicherte ihr, daß ich da bin.
„Neein !“, schrie sie, als ob ich sie verlassen wollte. Immer wieder meinte ich, ich würde nicht weglaufen, aber sie blickte mich nur unverständlich mit den angsterfüllten Augen an. Als ich den Becher weglegen wollte, schnappte sie ihn mir aber aus der Hand, und schaute ihn an, wie ein Kind. Ich ergriff die Gelegenheit, um mich davon zu machen, und das Zelt schnell aufzubauen. Währenddessen aber war das Lagerfeuer ausgegangen. Kurz darauf stand das Zelt aber, und ich lief zu Jane. Sie war wieder eingeschlafen, und der Kunststoffbecher lag auf ihrer Brust. Plötzlich bewegte sich der Kunststoffbecher, als ob Jane sich bewegt hätte. Ich ging zu ihr hin, und merkte es nun genauer : etwas zog an ihr. Schnell blickte ich ihren Körper entlang, und merkte an ihren Füßen ein Tier.
„Verdammtes Vieh !“, schrie ich, und schmiß mit einem Stein auf ihn. Aber er zerrte noch immer an Janes Füßen. Also warf ich mich auf ihn, und packte ihn. Ich weiß nicht, was es war, wie groß es war – aber das war mir gänzlich egal. Krächzende Geräusche kamen von diesem Tier, und ich packte ihn, und schleuderte ihn zu Boden. Es versuchte sich fortzuwälzen, aber ich wollte noch sicherheitshalber einige Male auf ihn eintretten. Unerwartet sprang mir aber etwas in meinen Nacken, und biß schmerzvoll zu, ich packte ihn, und hatte würgend seinen Hals wohl erwischt, da fühlte ich, wie ein stechender Schmerz in meinem Bein sich breitmachte. Es war ein nächstes Tier dran. Also haute ich mit dem Tier in meiner Hand, auf das, welches mir am Bein war. Beide waren schnell ausser Gefecht – auch zwei weitere Tiere, die mir an meinen rechten Arm sprangen hatte ich erledigt, indem ich mit meinem Körpergewicht auf den Boden sprang, mit dem Arm, unter mir. Ich stand wieder auf, und sah aber, daß an Janes linken Arm zwei weitere solcher Tiere waren. Schnell lief ich zu ihr hin, doch die Tiere verschwanden daraufhin. Janes Arm blutete, doch was mich fast noch mehr erschreckte war, daß sie auf das Beißen dieser Tiere nicht aufgewacht war. Sie atmete noch immer schnell. Ich reinige hektisch die Wunde, und verband ihren Arm. Ich wußte gar nicht, wie schlimm ihre Verletzung war. Dafür war es zu dunkel – und ich war zu hektisch. Ihr Fieber war aber zum Glück auf 39.0 runtergegangen. Ich trug sie in das Zelt, und machte wieder das Lagerfeuer an. Verdammt, daß ich auch so dumm sein mußte. Nun, als kleinen Trost, hatte ich zwei dieser verdammten Biester erbeutet. Die Zwei, die ich durch mein Körpergewicht Knock-Outete. Sicher ich kämpfte nicht gerade gemäß meiner Ausbildung – aber solche Tiere waren was anderes. In der Ausbildung wußten wir, daß es nie wirklich ernst werden konnte. Wenn man in Gefahr kam, konnte immer noch ein Shuttle kommen, und man wurde notfalls im Krankenhaus wieder zusammengebastelt. Aber das hier war nun real – es gab keine zweite Chance. Einmal versagen hieß : tot zu sein. Die Raubtiere glichen Koalabären, nur mit dem Unterschied, daß sie schmächtiger gebaut waren, und eine mehr nach vor trettende Schnauze besaßen. Und sie hatten braunes Fell, mit einem grüßen Strich von ihrem Nacken, bis zu ihrem Schwanz. Sie waren womöglich auch bekömmlicher als der Blutegel.
In der Nacht versuchte ich sie nocheinmal aufzuwecken, um ihr noch einmal fiebersenkende Pillen zu geben. Sie wachte nun, zum Glück, auch gleich auf, sodaß sie ihre Medizin nehmen konnte. Wenn ich schlief, dann im Halbschlaf.
Am Liebsten hätte ich aufgegeben als ich erwachte. Ich hätte auch aufgegeben, wenn Jane nicht da gewesen wäre.Ich packte die meisten Sachen also zusammen. Jane ließ ich noch schlafen - solange es ging. Die zwei Tiere packte ich ebenfalls in eine Tasche. Das Essen war kein Problem nun. Das Wasser jedoch war eine größere Gefahr : heute - spätestens morgen Vormittag wäre das Wasser aufgebraucht. Bei dem Tempo jedoch würde es sicher noch zwei Tage dauern, bis ich am Ziel wäre. Vorangekommen war ich in den letzten zwei Tagen vielleicht 30 Kilometer. Ob ich es schaffen könnte ? Ob es Sinn machte, mich abzuplagen ? Es blieb nichts anderes übrig. Die Zeit war gekommen... Zeit Jane zu wecken – Zeit, den nächsten Tag zu bewältigen...
Sie wachte mit einem Schreck auf. Schweißgebadet war sie wieder, doch sie schien nun weniger verrückt zu spielen. Fast hatte ich den Eindruck, sie wäre nun gesund. Sie fragte wo sie sei. Irgendwo eine vernünftigere Frage, als die, die sie in den letzten Tagen so stellte. Ich half ihr wieder auf den Barren, und begann meine Wanderung. Jeder Knochen – jede Sehne schmerzte – doch der Schmerz war mir aus unerfindlichen Gründen unwichtig geworden. Vielleicht, weil der Schmerz in so einer lebensbedrohenden Situation nicht viel Rolle spielt. Ich wußte, es lag nur mehr an mir, ob wir es schaffen. Schmerz durfte da nicht beachtet werden.
Im Laufe des Tages machte mir Jane Mut. Sie schien schwach zu sein, aber sie schien über den Berg zu sein. Es fiel ihr schwer, was vernünftiges zu sagen, aber ich sah es ihr an, daß sie sich nun anstrengte, das überhaupt zu tun. Grundlegende Dinge, wie das sie sich schonen soll, konnte ich ihr sogar vermitteln. Der Mut, die neue Motivation schien den fernen Hügeln jedoch nichts auszumachen. Ich weiß nicht, ob ich ihnen gegen Mitternacht näher gekommen war. Ich schlug also wieder das Lager auf, und kümmerte mich wieder mehr um Jane. Sie erkannte meine Erschöpfung. Sie blickte mich an, wie jemanden, dem was Schlimmes zugestoßen war. Wie jemanden, mit den man Mitleid haben mußte. Ich versuchte meine Erschöpfung aus dem Gesicht zu verscheuchen. Ich wollte ihr Mut geben, daß wir es schaffen. Zu Abend bratete ich eines der beiden Tiere. Es reichte für Jane und mich, und es blieb sogar ein wenig für den nächsten Tag übrig. Wasser jedoch war nur mehr ein Viertel Liter da. Es war wohl unmöglich, es zu schaffen. Zum Glück verlief der Abend nun friedlich.
Am nächsten Morgen weckte mich Jane, indem sie meinen Namen rief. Sie hatte Furcht, daß ich nicht da war. Aber dann antwortete ich ihr, und hielt ihre Hand, und sie schien sich etwas zu beruhigen.
„Ich habe Durst, Dan !“, sagte sie, mit kindlich anmutendem Flehen. Ich blickte auf den letzten Kanister mit Wasser. Unten an seinem Boden, war der kleine Rest Wasser noch, weit unter der ersten Markierung für die Wassermenge. Ich weiß nicht, ob Jane mir das später noch vorwerfen würde, aber ich gab ihr den letzten Becher Wasser. Sie trank es nicht mit Ehrfurcht vor dieser lebenswichtigen Flüssigkeit. Sie trank es einfach, weil sie ein kleiner Durst ereilt hatte – wie ein Bonbon. Ich gönnte es ihr jedoch. Sie hatte sicher nicht weniger schlimmes durchgemacht, als ich. Ihre Wunden waren zum Glück schon größtenteils verheilt.
Jane schaffte es jedoch noch immer nicht, das Gleichgewicht zu halten. Sie war noch immer schwach. Obwohl sie weniger redete, schien sie wieder da zu sein. Sie verstand jedes meiner Worte, und machte sogar die Gesten, die ich von ihr schon gewohnt war. Es war ein herrlicher Anblick, sie so zu sehen: wieder als Jane.
Ohne Wasser war es jedoch mehr Tortour, als alle bisherigen Tage zusammengezählt. Mir schien auch, daß es an diesem Tag wärmer geworden war. Mir war, als würde ich durch eine Hitzewelle wandern. Jane ruhte soviel sie konnte. Auch sie hatte Durst, doch ich konnte ihr nichts mehr geben. Die Hügel waren vermutlich etwas mehr als 20 Kilometer noch entfernt. Nicht mehr weit, wenn alles glatt gelaufen wäre. Wenn alles glatt gelaufen wäre, hätten wir auch noch genug Wasser. Wir wären schon längst da... Aber darum Gedanken zu machen, machte keinen Sinn.
Als dieser Abend kam, war keines meiner Glieder mit Kraft gefüllt. Sie waren leer – es war das Ende. Das Lager stellte ich auch nur sporadisch auf. Es bot keinen wirklichen Schutz – weder gegen Regen, noch gegen Angreifer oder sonstiges. Ich hüllte mich und Jane in unsere Kleider und Decken ein, um mehr Schutz zu haben... Ein illusorischer Schutz, der uns tröstete. Hätte mich der Tod ereilt, hätte ich wohl nicht einmal mehr die Kraft gehabt, mich zu sträuben – ihn nicht zu wollen. Ich fiel in den Schlaf – ohne das mich jemand wohl wecken hätte können. Vielleicht hatte es Jane ja auch einige Male versucht – ich weiß es nicht...

Zu meiner Verwunderung erwachte ich am nächsten Tag noch. Die Glieder waren steif geworden. Kalt waren sie von der Nacht – starr vor Erschöpfung. Eher zuckend, zwang ich sie zum Bewegen. Essen konnte ich nicht. Der Magen war verkrampft. Das wenige, das ich aß, schmerzte mir nur im Magen. Jane schlief zitternd. Ich weiß nicht, obs wegen der Kälte war, oder wegen ihres Zustandes. Schließlich hatte sie auch schon seit gestern früh, nichts mehr getrunken. Die Hügel sah ich nicht. Ein Morgennebel lag vor ihnen. Ich strengte meine Augen und Konzentration an, vom Kompaß die richtige Richtung abzulesen.... und legte die Schultergurte, die mir die Achseln wundgescheuert haben, um. Irgendwann fiel mir auf, daß ich stundenlang keinen Gedanken mehr faßte. Das Denken war auch unbedeutend und zur Müh geworden. Die Hügel waren nun nah, auch wenn sich der Nebel nur langsam löste. Ja, sie waren nah, und doch unerreichbar fern. Was für eine ironische Ferne.
Ich weiß nicht, wie lange ich durchhielt. Weiß nicht, wie lange ich der Hitze, den Krämpfen, und der Erschöpfung standgehalten hatte – doch irgendwann erfasste mich eine Schwärze, welche mir jede Kraft raubte, und ich stürzte zu Boden...

„Dan, aufwachen !“, sagte eine vertraute Stimme.
„Dan !“, wiederholte sie, und ich öffnete mit Müh meine Augen.
„Jane ?“, fragte ich hoffend.
„Ja, ich bins.“, sagte sie warm. Ich schaute um mich. Ich war in unserem Zelt. Ich versuchte mich zu bewegen, doch mein ganzer Körper schmerzte dafür zu sehr.
„Ruhig bleiben... nicht bewegen.“, sagte sie beruhigend.
„Aber wir müssen weiter !“, sagte ich angestrengt.
„Nein...“, sagte sie mit einem Lächeln. „Nein, du hast es geschafft !“, ergänzte sie.
„Geschafft ?“, fragte ich unsicher, weil ichs nicht recht glauben wollte.
Sie antwortete mir mit einem Nicken, und indem sie mir zu einem Kanister zeigte, der halbvoll mit Wasser war. Sie gab mir reichlich Wasser. Danach gab sie mir zu Essen. Es war das zweite Tier, daß noch ich erlegt hatte. Es schmeckte ausserordentlich gut. Wohl, weil ich auch Hunger hatte. Wohl weil ich auch Essen konnte.
„Ruhe dich aus.“, sagte Jane sanft zu mir. Ich befolgte ihren Rat und schlief ein.

Als ich aufwachte, war es wohl schon Nachmittag. Aber ich war bei Kräften wieder. Ich ging aus dem Zelt. Jane war unweit von mir, und machte irgendwelche Untersuchungen an Pflanzen. Ich schaute mich um. Die Hügel türmten sich etwa 5 Kilometer weit vor mir auf. Sie glichen den schottischen Hochländern. Bizarr, daß hinter uns die große steppenartige Leere klaffte, während rechts von uns trockene Gebirgsmassive sich aneinanderketteten, jedoch vor uns ein Paradies zu liegen schien.
Jane hatte es geschafft – es war nicht mein Verdienst. Sie kam anscheinend zu sich, als ich zusammengebrochen war, und ging die Kilometer zu unserem Ziel. Dort hatte sie wohl bald auch Wasser gefunden,und brachte welches mit. Ohne sie hätten wir es wohl nicht mehr geschafft. Ich hatte schließlich versagt. Aber diese Gedanken störten uns nicht länger.

Innerhalb weniger Tage hatten wir uns am Fuße eines Hügels ein Baumhaus gemacht, nahe eines Flußes. Die Luft war hier ausserordentlich frisch – das fiel uns beiden auf. Auch das Wasser war von sehr guter Qualität – die Quelle war nicht weit von uns. Er führte sogar Fische, und es kamen immer genug Tiere zum Fluß, sodaß es uns nie am Essen mangelte. Auch mir schien es nun in dieser Verbannung zu gefallen. Die Strapazen vergangener Woche waren vergessen. Ja, vergangener Woche. Wir hatten einen Kalender gefertigt. Jane machte sogar eine Sonnenuhr, welche jedoch nicht wirklich funktionierte. Sie hatte wohl zuviel vergessen von der Akademie. Es sei ihr gegönnt. Das war auch nicht so wichtig. Raubtiere hatten wir interessanterweise nicht mehr angetroffen, obwohl wir einige Zeit lang kein Lagerfeuer machten, für die Nacht. Schließlich war das nicht angebracht in einem Baumhaus. Unweit jedoch war eine hohe Felsformation, welche einen Art Einbuchtung hatte. Jane hatte dahin eine Holzbrücke gemacht – überaus geschickt, sodaß wir dort unser Feuer machen konnten. Es vergingen die Wochen, und wir hatten uns alles geschaffen, was wir brauchten, und was wir wollten. Jane und ich hatten sogar die Proviantkanister in der Steppe aufgesammelt, die wir zwecks Gewichtsreduzierung zurückließen. Sie hatte sich sogar zu einer guten Köchin entwickelt. Aber sie war auch eine gute Jägerin. Es war schwer zu sagen, wo in all der Routine, die wir erwarben, unsere Unterschiede lagen. Ich aber konzentrierte mich auf jeden Fall öfter auf den Schutz – legte einen Schutzwall an, welcher mit Fallen gespickt war, falls doch ein Tier es schaffen würde, den Zaun zu überwinden. Aber es kam keine Gefahr. Jane lachte über manch zwecklose Dinge, die ich baute. Wir konnten uns nun auch erlauben zu lachen – Fehler zu machen.
Wir waren insgesamt ein gutes Team – aber welche Lebensqualitäten konnten wir uns dadurch noch erfüllen ? Könnten wir es uns erlauben, Kinder zu bekommen ? Dieses Thema wurde zum Hauptthema einer Nacht... einer Nacht, die die Antwort von selbst brachte...
Ein lautes Donnern durchschnitt die Luft, und verschwand eben so schnell.
„Was war das ?“, fragte Jane.
„Klang nach einem Raumschiff, oder soetwas ähnlichem.“, antwortete ich. Ich wußte es selbst nicht. Das Thema war auch dahin. Es ergriff uns Furcht. Ich schaute, in die Richtung, wohin der Donner sich verflüchtigt hatte, aber sah nichts. Ob es eine ausserirdische Rasse auf dem Planeten gab ? Die hätte die Eurynome doch erkennen müssen ! Die Eurynome...

„Da sinds sie – 4 Meter vor uns.“, kams von einer Stimme.
„Ingenieur Daniel Houston ! – Doktor Jane Willow !“, kams von einer anderen Stimme gerufen.
Waren diese Stimmen nur in meinem Traum , oder waren sie echt ? Jane schreckte auch aus ihrem Schlaf auf. Sie mußten echt sein.
„Wer da ?“, schrie ich in die Dunkelheit, aus der einige Lichter im Dickicht der Gebüsche herumleuchteten.
„Wir sind Besatzung der Eurynome-9 – zeigen sie sich, wir müssen mit ihnen reden !“, befahl die Stimme. Es war ein sinnloser Befehl. Sie hätten uns so und so gefunden.
„Es ist schon alles besprochen ! Das Urteil ist unumstößlich – laßt uns in Ruhe !“, schrie ich zurück. Auch Jane hatte schlechte Laune...
„Wollt ihr uns etwa wieder auf ein anderes Gebiet bringen, weil wir es geschafft haben ?!“, schrie Jane wütend.
„Nein, sie können bleiben, wenn sie wollen – aber wir müssen mit ihnen reden !“, sagte die Stimme, die uns mittlerweile gefunden hatte. Es war ein älterer Herr von der Sicherheit. Obwohl ich nie mit ihm sprach, war mir sein Gesicht immer sympathisch schon – aber das hieß nichts.
„Was ist los ?“, sagte ich genervt. Es war eigenartig. Obwohl ich in der Eurynome eine Art Heimat sah, im Vergleich zu diesem Planeten, verabscheute ich die Welt dort. Ich hatte mir ein neues zu Hause geschaffen mit Jane – das wollte ich für nichts mehr eintauschen.
„Wir sind da auf etwas gestoßen – der Captain und A5-Abteilungsleiter Freeman muß mit ihnen reden. Er hat ein Angebot für sie.“, sagte der alte Herr der Sicherheit mit verschnaufter Stimme.
„Mich interessieren keine Angebote !“, fauchte ich zurück,und Jane stimmte mir mit einem Nicken zu.
„Bitte, kommen sie mit uns – wir zwingen sie nicht, aber wir haben 4 Stunden gebraucht, um sie zu finden. Das Shuttle liegt einige Kilometer weit von hier. Es ist nur ein Gespräch. Sie können in 2 Stunden wieder hier sein.“, sagte der von der Sicherheit.
Jane und ich schauten einander an, und wollten voneinander ablesen, was der jeweils andere von der Sache hält. Wir kamen zu keinem Ergebnis, aber uns schmeichelte das Flehen der Eurynome-Besatzung.
„2 Stunden, und keine müde Minute länger !“, sagte Jane mit gespielter Eingebildetheit.
„Ja.“, sagte der ältere Herr beruhigt.
„Team-Gamma an Shuttle-Two, wir haben sie gefunden – sie sind einverstanden. Holen sie uns ab.Team-Gamma Ende“, sprach ein anderer der Sicherheit in seinen Kommunikator.
„Roger, Team-Gamma“, kams als Antwort aus dem Kommunikator.
Innerhalb 5 Minuten waren wir im Shuttle – auf dem Weg zur Eurynome. Es war für die die im Shuttle saßen ein ungewöhnlicher Anblick: zwei ehemalige Crewmitglieder, mit mitgenommenen , beschmutzten Kleider, die dreckig waren, und Körpergeruch hatten, anstatt eines After-Sterilisations-Deos. In einigen Augen war jedoch auch Anerkennung zu lesen. Diese aber hatte keine Wichtigkeit für mich. Ich wollte die nächsten zwei Stunden nur so schnell wie möglich hinter mich bringen.

Jack erkannte mich fast nicht. Der lange Bart, das schmutzige Aussehen irritierte ihn, und man sah ihn an, das er meinte, ich sei in einem schlechten Zustand. Jane sah wirklich besser aus – sie machte sich auch viel daraus, zivilisatorisch in der Wildnis auszusehen - aus welchem Grund auch immer.
„Was gibts ?“, fragte ich etwas gleichgültig.
„Wir waren auf der Erde...“, sagte Jack niedergeschlagen.
„Das hört sich so an, als gäbe es die Menschheit nicht mehr.“, folgerte ich aus seiner Antwort.
„Das ist irgendwie noch gar nicht das Schlimmste – sonst würden wir hier gar sprechen. Wir haben damit gerechnet.“, sagte Jack und machte eine Geste, daß Freeman fortsetzen soll.
„Was ist denn das Schlimmste ?“, fragte Jane neugierig, und ich ergänzte : „Genau, was war denn auf der Erde ?“
„Nun, was auf der Erde war ?“, sagte Freeman verwirrt. „Das spielt keine Rolle...“, ergänzte er nach einer kurzen Denkpause.
„Wieso nicht ?“, fragte ich und irritierte ihn sichtlich.
„Fakt ist, wir sind Gefangene – genauso wie sie. Das ist das Schlimmste.“, sagte Freeman.
Jane und ich verstanden nicht.
„Was meinen sie mit Gefangene ?“, fragte Jane.
„Nun – die Erde wurde – wie soll ich sagen : übernommen von einer Art Wesen, von welchem wir nicht wissen, was es ist, aber wir wissen, daß es ist.“, sagte Freeman etwas unverständlich.
„Sagen sie endlich was Sache ist !“, sagte ich mit befehlendem Ton – „Was ist dieses Wesen ? Ein Überwesen ? Antaraner ? Emoni ? Meklaner ? Sagen sie was !“, hakte ich nach.
„Nun, als wir auf der Oberfläche waren bemerkten wir keine Spur von Zivilisation. Keine Gebäude – gar nichts. Es war aber die Erde.“, sagte Freeman. Janes Laune ging in Langeweile über. Freeman war nie ein guter Redner.
„Ok, was weiter – kommen sie endlich auf den Punkt !“, schrie ich zu ihm. Wohl wars etwas zu laut, weil die Sicherheit sich mir schon näherte, doch Jack winkte sie wieder ab.
„Nun, es sieht so aus, daß die Erde von – Gitterwesen eingenommen wurde.“ , sagte Freeman unglaubwürdig.
„Gitterwesen ? Verdammt, und wieso seid ihr jetzt Gefangene ? Und wieso seid ihr dann nicht auf der Erde Gefangene ? Wo sind diese Gitterwesen ?“ , fragte ich ungeduldig.
Daraufhin kam Karl von A5, mit einem Quader daher. Der Quader war wie ein Käfig aus Metall, doch es befand sich keine Tür, oder Boden an ihm. Er war rundum ein Gitter, und innen leer.
„Ihr wollt uns verarschen !!“, sagte ich. Doch Jack blickte mitleidserweckend zu mir. Es schien keine Verarschung zu sein. Aber was war an diesem Gitter besonders ? Ich verstand es nicht. Ich griff es an, aber es gab keine Reaktion. Die anderen im Raum schauten dabei nur wortlos zu. Ich schlug das nun mit der Faust aufs Gitter, doch es machte nichts. Es gab nicht einmal ein Geräusch von sich, als ich es Schlug. Ich warf es auf den Boden, und es machte kein Geräusch, ja ich stürzte mein Gewicht rauf, und es machte kein Anzeichen von einer Verformung. Aber es war aus Metall.
„Aha, das ist also euer Wärter !“, sagte ich lachend.
„Nein, das ist er nicht.“, sagte Jack. Nun fühlte ich mich wirklich verarscht.
„Aber die Erdoberfläche war übersät von diesen Dingern.“, ergänzte Freeman Jack.
„Und, leben sie, machen sie was ?“, fragte Jane, nun ebenso ungeduldig.
„Nein, sie sind unserer Meinung nach tot.“, antwortete Karl.
„Gut, wo liegt, also das Problem ?“, fragte ich.
„Nun, wir wissen nicht, ob Menschen die letzte Rasse auf der Erde war – aber eines steht fest. Am Ende schien es einen Kampf dieser Gitterwesen mit der Rasse auf dem Planeten gegeben zu haben. Diese Gitterwesen sind vermutlich gefallene Gitterwesen. Keine Energie – keine Funktion – gar nichts.“, sagte Freeman.
„Na gut, und wo liegt das Problem ?“, fragte ich Freeman.
„Cer fand das Problem. Und das Problem ist nicht auf der Erde. Oder sagen wir : nicht nur. Genaugenommen aber ists nur auf unserem Raumschiff. Oder besser gesagt bei denen, die durchs blaue Flackern kamen.“ , sagte Freeman, wieder mal unverständlich. Ich wünschte Cer wäre da. Er konnte wenigstens besser erklären, als Freeman.
„Ich versteh kein Wort – kann jemand mal normal sprechen ?“, fragte ich.
„Es ist auch nicht leicht zu verstehen.“, sagte Freeman.
„Ok, was fand Cer“, fragte ich.
„Cer hat die Scanner erweitert. Jeder suchte auf der Erde. Cer wollte einen Hinweis auf einen Kampf im Weltraum finden. Eigentlich fand er keinen Hinweis – er ging über das ganze Spektrum der Wellen.“, sagte Freeman.
„Aha, sehr interessant.“, antwortete ich gelangweilt.
„Ehm, ja, doch dann untersuchten wir das Gittermaterial...“, sagte Freeman.
„Aha – naja, ist eine harte Legierung sicher – ist verdammt hart, das Stück.“, sprach ich in Freemans Worte. Ich hatte mich schließlich an nichts mehr zu richten.
„..Ja... aber es ist aus keinem Metall das wir kennen. Es wirkt metallen – es leitet auch den Strom. Seine Ordnungszahl ist jedoch über den uns bekannten 247 Elementen. Es müßte eigentlich eine Ordnungszahl von etwa 37 000 haben – aber wir konnten sie bisher nicht genau bestimmen. Nun Cer hat auf jeden Fall in dem Emissionsspektrum dieses Materials dann gesucht – und sehen sie was dabei herauskam...“, sagte Freeman, und zeigte auf einen Bildschirm, an der Wand.
„Mein Gott...“,kam es aus mir unwillkürlich. Die Eurynome war selbst umgeben von dem Gitter.
„Wieso sahen wir das nicht ?“, fragte ich.
„Das Material hat multiple Eigenschaften. Es kann unsichtbar werden – kann bei jeder Temperatur seinen Tripelpunkt haben – kann strahlend und nicht strahlend sein – um genau zu sein, kann es alles und nichts sein. Nach unseren Logbuchaufzeichnungen der Sensoren, hat uns dieses Gitter eingenommen seit wir hier sind – also seit wir aus dem blauen Flackern kamen“, sagte Freeman nun verständlicher.
„Schön und gut, aber was hat das mit uns zu tun ? Und wieso Gefangene ?“, fragte ich. Währenddessen war Cer hereingekommen, begrüßte mich mit seinem Knistern. Ich muß zugeben, ich hatte ihn irgendwo vermißt. Freeman war erleichtert. So schnell wie möglich gab er die Redearbeit an Cer ab.
„Nun, das Gitter ist auch eine Art Generator. Es generiert uns eine Scheinwelt. Vielleicht auch eine Spiegelwelt zur wirklichen Welt. Wir wissen das noch nicht genau. Es emittiert jedoch Hawking-Strahlung. Und zwar in einem gewaltigen Maße. Derart stark, wie es nur alle Hawking-Emitter in einer Galaxie zusammenbringen könnten. Seine Energiequelle muß daher mit schwarzen Löchern zusammenhängen. Zumindest denken wir das vorerst. Wenn also unsere Annahmen über das Energie-Potenzial dieses Phänomens stimmen, dann müssen wir von einem Gitterwesen ausgehen, welches heute eine gesamte Galaxie – nämlich die unsere dominiert.“, sagte Cer zum Glück verständlicher.
„Also haben die Gitterwesen über die Galaxie die Herrschaft übernommen.“, folgerte Jane.
„Ja – so denken wir. Wir sind uns aber nicht sicher. Vielleicht ist das Gitter auch eine Art Schutz vor Wesen, die ausserhalb der Galaxie immer reinkamen, und angriffen. Die Gitter auf der Erde könnten vielleicht auch Personenschutzschilder gewesen sein. Aber dann bliebe die Frage, wieso das Gitter um unser Raumschiff uns eine Scheingalaxie vorgaukelt.“, antwortete Cer.
„Ok, und was geht das uns an ?“, fragte ich.
„Nun, wir haben um euch ebenfalls ein Gitter erfasst. Wir können uns also vom Gitter nicht befreien, indem wir das Schiff verlassen, oder es in die Luft sprengen. Das Gitter umhüllt jedes Objekt extra, welches sich von der Eurynome ablöst.“, sagte Cer, und wurde von Jack unterbrochen...
„Genau, und deswegen hat es keinen Sinn, euch zu verbannen. Ihr seid in derselben Lage wie wir und wir sind in derselben Lage, wie ihr. Solange wir nicht aus diesem Gitter kommen, solange nützt es nichts, euch zu verbannen.“, sagte Jack leger.
„Ok, aber das Gitter kann uns scheißegal sein – wir haben ein Leben angefangen auf diesem Planeten.“, meinte ich.
„Deswegen auch unser Angebot – es brächte euch nichts, uns zu sabotieren – deswegen haben wir den Mut gefasst – falls ihr euch bereit erklärt, uns zu helfen, aus diesem Gitter zu kommen, dann geben wir euch mehr Material für euer Überleben. Ihr könnt haben was ihr wollt. Ihr könnt euch sogar einen neuen Planeten aussuchen.“, sagte Jack.
„Erstens wissen wir gar nicht, was die Aussenwelt wäre, wenn wir aus dem Gitter könnten. Zweitens , was ist wenn es keine Lösung gibt ? Dann haben wir mit euch nur unsere Zeit verschwendet.“, fauchte Jane zu ihnen.
„Ja, das habe ich mir schon gedacht.“, sagte Freeman - „...deswegen beschränkt sich unser Angebot auf 2 Monate – wenn wir zusammen in 2 Monaten keine Lösung finden, bekommt ihr so und so eure Materialien. Ihr seid also auf jeden Fall auf der gewinnenden Seite.“, ergänzte Freeman.
Ich schaute zu Jane, wie wenn es mir als Falle vorkäme. Jane schloß auch nicht aus, daß es eine Falle war. Das Angebot war zu verlockend von denen, die uns verbannen wollten. Dann aber sah ich zu Cer. Cer würde bei der Sache sicher nie mitmachen. Aber wer weiß – er sah doch die Eurynome als sein Kollektiv an. Trotzdem – ich weiß, daß Cer daran beteiligt war, mir und Jane einen guten Planeten auszuwählen.
Ich besprach mich eine Weile mit Jane, und sprach dann zur Runde: „Wir haben eine weitere Bedingung. Nämlich, daß wir aufhören können, wann wir wollen – und dann mindestens die Hälfte der Gegenstände bekommen, die uns nach Ablauf der 2 Monate gegeben wären – und das wir dann sofort zu diesem Planeten zurückgebracht werden. Die Liste der Gegenstände soll von vornherein festgelegt sein – und wir wählen uns die Hälfte aus, wenn wir abbrechen. Das sind die Bedingungen !“, sagte ich fordernd.
Jack blickte mich an, als ob ich ihn ausnutzen wollte – doch nun waren wir eben an der Reihe. Wir konnten uns damit abfinden, Gefangene zu sein – sie, die Eurynome konnte es nicht. Sie konnte es nicht einmal, wenn es das Gitter nur mit Sensoren wahrnehmen konnte. Gitter von denen man weiß – Illusionen von denen man weiß – beide aber nicht auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen kann, kann einen Menschen sehr stören, der meint ein Recht auf Freiheit zu haben. Und das waren unsere Asse. Klar, wir waren nur 2 Menschen – aber 2 Forscher, die doch eine gewisse Erfahrung hatten – und wir waren daher weitere Forschungspunkte auf der Eurynome. Und in der Lage – in der Ungehaglichkeit, konnte die Eurynome jeden Forschungspunkt gebrauchen.
Jack dachte lange nach. Freeman war dagegen. Ihm mißfiel, daß wir zu den Fordernden wurden – zu denen, die auch was mitzureden hatten. Sie wollten uns kaufen – sie wollten nicht betteln. Aber Jack kannte mich ja aus der Schulzeit. Ich hatte doch auch andere Werte für ihn, als nur den Forschungswert.
„Ok, geht klar.“, sagte Jack zögernd.

„Ah, der Kotzbrocken ist auch wieder da.“, sagte Steve hämisch über mich, als ich A5 wieder betrat. Jane nahm ihn das übel, aber ihn kümmerte das nicht. Steve war nie berühmt für seine Sympathie – und angesichts der Laune der Besatzung verstand ich irgendwie seine Bemerkung. Ich nahms auf die leichte Schulter. Mein Leben war nicht mehr die Eurynome. Die Eurynome war wie ein netter Bonus für mich geworden – ein Spielzeug. Und so behandelte ich die Eurynome auch. Jack hatte ausserdem versprochen unsere Sachen auf dem Planeten Vulkan, in Stase zu legen. Damit sie nicht verderben. Vulkan fiel mir erst vor kurzem ein – Jane gefiel der Name, der an das atomurzeitalterliche Star-Trek erinnerte. In der Tat war der Planet ziemlich vulkanisch, wie ich nun in den Daten nachsehen konnte, die Cer von Vulkan herausfand. Dabei waren wir noch auf eine sehr unvulkanische Gegend ausgesetzt worden. War wohl Cer zu verdanken.
Es war ungewöhnlich, meinen Posten wieder einzunehmen. Viel hatte sich nicht geändert, obwohl ich meinen Posten seit Monaten nicht mehr gesehen hatte. Gewiß, er war etwas sauberer, aber ansonsten wars mein Platz – und doch eine andere Welt. Jane war meine Welt geworden. Ich war glücklich, daß dies nur eine Art Auftrag war – sonst nichts. Und die Geräte – den Luxus konnten wir in unserer kleinen Baumhütte gut gebrauchen. Die Abende vor einem Visualisator zu verbringen – das hatte schon was heimisches an sich.
Ich machte mich an dem Tag mit den Dingen vertraut, die auf der Eurynome vorgefallen waren. Die Daten, die Gitterwesen die man fand. Ich sog alles in mich, sodaß es mir selbst schon unheimlich vorkam. Aber irgendwie war es interessant. Der Forschergeist in mir war wieder erweckt worden. Cer wurde dadurch noch freundlicher zu mir. Er mochte arbeitsame Menschen. Vielleicht, weil er in ihnen mehr Klackon sah – weil diese Menschen im vertrauter erschienen. Ihm ging es sicher auch nicht so gut. Alleine unter so vielen fremden Wesen – keine Aussicht seine Heimatwelt je wieder zu sehen...

„A5 hat das Wort...“, hallte es im Besprechungsraum vom Chef aller Abteilungen. Steve führte nun die Rede – anstatt seines Lieblings Freeman.
„Leider sind wir nicht sonderlich weitergekommen – allerdings heißt das nicht, daß wir nicht am Problem gearbeitet haben. Nach Ingenieur Daniel Houston, stellen die Gitterwesen nichts böses dar. Allerdings haben wir diesen Gedanken schnell verworfen, zumal uns das Gitterwesen nicht freiläßt. Und für eine extragalaktische Bedrohung reichen die Beweise nicht. Dennoch meinte Ingenieur Daniel Houston , daß wir in diesem scheinbaren Universum zum schwarzen Loch fliegen sollen, weil...“, sagte Steve, bevor er vom Chef der Abteilungen unterbrochen wurde: „Ich schlage vor, Ingenieur Daniel Houston erklärt uns die Gründe für seinen Vorschlag.“.
„Natürlich.“, sagte Steve unverkennbar verärgert. Er übergab mir das Wort mit einem kalten Blick.
„Nun, begründen sie ihren Vorschlag, Ingenieur Houston.“, kam es von der hallenden Stimme.
„Nach einiger Überlegung mit Doktor Willow und Cer, sind wir zur Idee gekommen, daß die Hawking-Strahlung das Einzige ist, was wir auch messen können, was konstant ist, und wovon wir genug wissen. Wir können nicht den Weg des Gittermaterials verfolgen, weil wir keine Mittel haben seine Beschaffenheit zu bestimmen. Da wir die Hawking-Strahlung in erster Linie von Schwarzen Löchern kennen – vor allem, da sie eine der größten Quellen dafür sind, schlage ich vor, dort zu forschen.“, sagte ich ruhig. Ich hatte ja nichts zu verlieren, selbst wenn dieser Vorschlag lächerlich war.
„Was denken sie, werden wir dort finden ?“, fragte der Chef der Abteilungen.
„Ich denke nichts – aber es ist eine Hoffnung.“, antwortete ich.
„Danke, Ingenieur Houston. A6 hat das Wort...“, antwortete die Stimme nun und ich setzte mich auf meinen Platz.
„Wie A5 richtig befürchtete, konnten wir keinen Anhaltspunkt finden, was das Material betrifft. Die Materialforschung hat keine neue Erkenntnisse vorzulegen. Da das Gitter jedoch so multiple Eigenschaften hat, wollen wir noch immer meinen, es müsse eine Art Schild gegen etwas sein.“, kam es von Professor Foldright.
„Das bringt uns nicht weiter. A3 meint, es wäre eine Art Computer, welcher durch Raumkonfigurationen innerhalb des Käfiges, welche vom Material manipuliert werden, denkt. A2 meint, es wäre eine Lebensform ausserhalb des Gitters , die uns durch diese Art Gitter untersucht. Die Besprechung kommt zum Resultat, der Meinung von A5 zuzustimmen, zumal dies auf dem Weg der falsifizierbaren Verifikation aus ist. Die Besprechung ist hiermit beendet.“, sagte die rauhe Stimme vom Chef der Abteilungen. Es wurde wieder laut im Saal, und alle sprachen noch über die vielen Theorien die auf der Besprechung vorgetragen wurden.

„Und was dann ?“, fragte mich Freeman, während er aus einem Panoramafenster von A5 schaute. Wir waren beide einmal die Letzten im A5-Dienst – was nicht oft vorkam. Es war eigenartig, daß Freeman in der Art mit mir sprach. Als ob er mich in diesem Moment nicht als den Schuldigen erkannte, wie das Gericht der Eurynome.
„Nun, es wäre interessant, wie das Gitterwesen reagieren würde – das Tote – wenn wir es in ein simuliertes schwarzes Loch hineinschmeißen. Es könnte ja sein, daß das Gitterwesen wieder zu leben erwacht.“, antwortete ich.
„Und was dann ?“, fragte Freeman erneut. Manchmal wunderte ich mich, wie er es überhaupt soweit bringen konnte, Abteilungsleiter zu werden – bei der Denkfaulheit, die er so oft an den Tag legte.
„Und dann hoffen wir. Ob das Gitterwesen uns eine Art Übersetzer spielt – und falls nicht – ob das uns umgebende Gitter auf uns reagiert.“, antwortete ich.
„Hmm...“, grübelte Freeman, während er mit seiner Hand sein Kinn umspielte. Wahrlich, sowas erweckte den Anschein, als ob er denken würde. Er blieb lange in dieser Pose – zu lange. Ich ging aus dem Raum, und ließ ihn alleine.
Eine Weile ging ich auf den Gängen umher. Die Eurynome hatte zugegebenermaßen etwas heimathaftes gewonnen. Es waren vertraute Gänge. Vertraute Gesichter. Und Vertrauen war nicht gut – nicht auf einem Schiff, welches diszipliniert einen Auftrag nachgehen wollte. Vertrauen schafft Vernachlässigung. Kollegialität im freundschaftlichem Sinne verwässert den Ehrgeiz – die Leistung, die aus Konkurrenzdenken erwachsen kann. Nicht umsonst wurden Mannschaften auf Schiffen, wie dem unseren, ständig neu durchgemischt. Das wir so lang zusammen bleiben würden, hatte aber niemand wohl gedacht. Und es war ja auch irgendwo notwendig, Freundschaften aufzubauen. Ich mein, für die anderen. Man kann es nicht lange, ohne Menschlichkeit aushalten. Eiserne Disziplin über viele Jahre ließ sich vermutlich nur bei den kybernetischen Meklanern einhalten. Aber die standen für uns ja nicht mehr zur Debatte.
Ich ging nun geradezu auf Cer’s Quartier zu. Es mußte gesagt werden...
Cer öffnete schnell seine Tür, und war überrascht über mich. Er bekam sonst nie Besuch – vor allem nie einen, der nicht mit seiner Arbeit zusammenhing. Wortlos empfing er mich, was für seine Überraschtheit sprach.
Ein eigenartiges Quartier. Er hatte es mit organischen dicken Fäden durchzogen. In manchen hängten, wie in einem Spinnennetz gefangen, Schmuckstücke. Bilder seiner wüstenartigen Heimat. Seine Eltern: die Königin, und eine Drone. Es war ein gedrucktes Bild – eins, daß wohl hunderttausende neben ihn, mitbekamen. Irgendwie wie eine billige Autogrammkarte. Aber für ihn hatte es dennoch wert.
„Was willst du ?“, fragte mich Cer - irgendwie kalt.
„Ich wollte Danke sagen.“, antwortete ich.
„Wofür ?“, fragte er.
„Du weißt schon.“, sagte ich. Er blickte aber unsicher um sich herum, als ob er sich beobachtet fühlte, und meinte, er wüßte nicht, was ich meine.
„Wie gehts dir eigentlich so ?“, fragte ich, um auf ein anderes Thema zu lenken.
„Mir geht es sehr gut – habe keine Beschwerden.“, antwortete Cer zufrieden.
„Vermißt du deine Heimat nicht ? Weißt du denn nicht, daß du vermutlich für immer auf diesem Schiff bleibst – beziehungsweise mit dieser Crew ?“, fragte ich neugierig.
„Nein, ich leiste hier sehr gute Arbeit – ich fühle mich erfüllt und wichtig. Die Eurynome ist meine Familie – mein Schwarm.“, antwortete er.
„Du könntest mehr sein – das weißt du. Du bist der fähigste Wissenschaftler auf diesem Schiff ! Wärest du ein Mensch – würden die Menschen nicht soviel Vorurteile gegen andere Rassen haben, dann wärest du aufgrund deiner Leistungen schon längst Abteilungsleiter – wenn nicht gar Direktor in einem Forschungsinstitut. Da wärest du ja mehr !“, erwiderte ich ihm.
„Ach ihr Menschen – ihr könnt so egoistisch denken. Das ist fürwahr bewundernswert. Ich habe daran noch gar nicht gedacht. Ich bin immer zufrieden, wenn man mich einer Aufgabe zuteilt, und ich diese bewältige – und der Auftraggeber vollends zufrieden mit mir ist. Darin liegt meine Erfüllung. Mein Sinn des Lebens. Wenn man strebt, kommt man dann eigentlich jemals zu einem Ende des Strebens ? Zu einem Ziel ? Nützt es, egoistisch zu sein ?“, fragte Cer.
„Ich weiß nicht. Das Streben aber versucht aus einem mehr zu machen, als man ist. Gerade deswegen kann es möglich sein, daß man etwas schafft, was man sich vorher nicht zugetraut hätte.“, sagte ich.
„Ist es nützlich, etwas zu erreichen, was man sich nicht zugetraut hätte ?“, fragte er wieder. Ich war nahe am Aufgeben. Es war schwer einem Denken, welches für das Gemeinwohl beschaffen ist, individualistische Werte wie Ehrgeiz und Streben nahezulegen. Er sah es für genauso unbegreiflich, wie der einzelne Mensch, für etwas zu leben, was für alle ist. Jeder Mensch wollte auch etwas für sich haben. Klackons aber sahen im Gemeinbesitz, ihren eigenen Besitz. Angesichts dessen verwunderte mich die individuelle Einrichtung seines Quartiers. Er verstand sich ja auch als Individuum – nur als eine andere Art Individuum. Es war faszinierend, die Auffassung eines Klackons zu Individualismus, kennenzulernen. Das Insekten durchaus ein eigenes Denken und eigene Gedanken haben.
Ich sprach noch lange mit Cer – wir tranken einen künstlichen Wein seiner Heimat. Vielleicht hätte ich ihn nicht getrunken, wenn ich vorher gewußt hätte, daß er gewöhnlich aus den Ausscheidungen einer Blattlausart stammt. Dennoch schmeckte der Wein ausserordentlich gut. Ich bereute es nicht ihn getrunken zu haben – und ich bereute es nicht, den Abend mit Cer verbracht zu haben. Er war zwar nur sehr begrenzt fähig zu Emotionen, aber er dankte mir für das Gefühl der Verbundenheit, die ich ihm durch den Abend gab. Ich sah das freilich aus meiner Perspektive – aber ich wollte ihm seine Illusionen nicht zerstören, daß ich lediglich „Danke“ sagen wollte.
„Nichts zu danken, Dan.“, sagte er, als ich mich von ihm verabschiedete. Ja, ich wußte, er war es. Nie mehr, würde ich schlecht von Klackons denken. Cer hatte mich überzeugt, daß Klackons eine wertvolle Rasse waren – eine Rasse, die durchaus menschliche Werte hatte. Aber auch eine Rasse, die ihren Stolz und ihre Würde hatte. Das war es wohl, wieso der Krieg zwischen uns Menschen, und ihnen, ausgebrochen war. Der Mensch sah sich konfrontiert mit ebensoviel Stolz und Würde, wie er sich selbst zugestand – und dadurch fühlte sich der Mensch beleidigt. Schließlich ist ein Mensch ja ach-soviel mehr Wert als ein Insekt, welches nochdazu nicht so fähig zu Gefühlen ist, wie der Mensch – nochdazu eine für den Menschen nicht erkennbare Individualität besitzt – und auch von der Intelligenz her, im Einzelnen meistens keine Leistung vollbringen kann. Und deswegen waren Klackons gleich weniger wert, als die Menschen. Was für ein eitles Denken. Irgendwo gab ich nun den Klackons recht, beim Krieg gegen die Menschen. Ich hätte es mir wohl auch nicht gefallen lassen, so gedemütigt zu werden, von einer Rasse, die sich als Gerechteste, Klügste, Ethischste, und was weiß ich noch, einstuft. Mit diesen selbst verurteilenden Gedanken, und tiefen Respekt gegenüber Cer’s Rasse, übergab ich mich dem Schlaf...

„Ich verlasse mich auf sie.“, sagte Freeman zu mir mit bestimmter Stimme. Es klang vertrauensvoll – nicht wie die vielen kritisierend klingenden letzten Male. Ich blickte zu Cer. Auch er sah mich zuversichtlich an.
Es waren vier Kanister. Alle vier hatten ein Gitterwesen in sich. Würde es auf dem Flug zu Komplikationen kommen, hatten wir den Plan, die vier Kanister in Tetraeder-Formation zu formieren, welche ein stabilisierendes Kraftfeld errichten.
Still war es nun auf A5. Ich erwartete eigentlich noch eine Meldung von der Brücke. Irgendetwas bestätigendes. Irgendetwas, was mir von ihr aus freie Hand gab. Die hatte ich offenbar, ohne dieser Bestätigung. Dennoch wäre ich mit einer Meldung zufriedener gewesen. Es war 2 Minuten vor 12 Uhr. Die Kanister sollten nach diesen beiden Minuten gestartet werden, und innerhalb von fünf Minuten ihren Bestimmungsort erreichen. Wir waren absichtlich so nah ans schwarze Loch geflogen. Sie sollten leicht mit dem Traktorstrahl zurückholbar sein.
Meine Finger zitterten in den letzten Sekunden. Auch wenn ich wußte, daß selbst im schlimmsten Falle wir noch viele Minuten hätten, um uns aus dem Staub zu machen. So wie ich Jack kannte, hatte er sicher schon die Warp-Gondeln aufgeladen, sodaß wir auf einem Knopfdruck mit Überlichtgeschwindigkeit weg wären.
„Start!“, sagte ich, zwei Sekunden nach 12 Uhr , und vier Kanister flogen von uns weg. Ich sah sie vom Fenster aus. Jeder sah sie – jeder beobachtete sie. Eigentlich eigenartig : es stand überhaupt nicht fest, daß uns meine Idee was bringen würde, doch jeder erwartete davon die Lösung aller Fragen die es gab. Man sah ihnen das an. Cer legte seine borstige, chitingepanzerte Hand an meine Schulter. Jane schmiegte sich an meiner anderen Seite an mich.
„Kanister in Position – keine Vorfälle.“, sagte Steve gelassen, der kurz zu seinem Pult gegangen war.
„Gut.“, sagte Freeman, und ergänzte : „...Kanister-1 öffnen.“
„Kanister-1 geöffnet. Gitterwesen-1 auf 5 Lichtsekunden vom Ereignishorizont.“, sagte Steve, der sich nun auf seinen Platz setzte, um das Gitterwesen in Ruhe verfolgen zu können.
Eine halbe Minute verstrich, totenstill auf A5.
„Gitterwesen-1 Kontakt mit Ereignishorizont.“, sagte Steve wissenschaftlich kalt. Aber es geschah nichts – oder besser gesagt, es geschah, was wir erwarteten. Leider.
Das Gitterwesen erstarrte am Ereignishorizont in einer ewigen Zeit.
„Kanister-2 öffnen ?“,fragte Steve.
„Nein. Ich glaube, es bringt nichts. Auf jeden Fall warten wir einmal, und überlegen uns gut, was wir als nächstes machen, wo wir schon da sind.“, sagte Freeman überlegend.
„Sir !“, sagte Steve plötzlich mit einer Verwunderung.
„Was ?“, schreckte Freeman auf.
„Gitterwesen-1 ist weg !!“, schrie Steve.
„Wie: es ist weg ?“, fragte Freeman aufgebracht. Ich ging nun auch zu Steve’s Pult um mir seinen Monitor anzusehen. Gitterwesen-1 war wirklich weg. Einfach weg. Nicht mehr da.
„Aber wie....“, versuchte Freeman eine Frage zu formulieren.
„Ich weiß nicht – es löste sich einfach in Luft auf !“, antwortete Steve.
„Ok, dann sollten wir vielleicht doch, den zweiten Kanister öffnen...“, schloß Freeman.
„Ay, Sir.“ , bestätigte Steve. Doch als er gerade den Knopf drücken wollte, zögerte er.
„Was ist ?“, fragte Freeman.
„Sehen sie sich das an...“, sagte Steve unsicher. Ich war noch an seinem Pult, und sah es auch: auch das schwarze Loch schien zu verblassen.
„Aber wie ist das möglich ?“, fragte Freeman, während er gebannt auf Steve’s Monitor schaute.
„Schaut mal her – schnell !“, schrie Jane. Wir schauten alle in ihre Richtung. Vor dem Fenster zeichnete sich ein heller Punkt ab – an der Stelle, wo das schwarze Loch war. Der Punkt wurde zu einer Scheibe...



  
Mein allererstes Vorlesebuch
Siehe auch:
Viele kleine Gutenacht-Geschichten
Rat mal, wer das ist!
Bist du meine Mama?
Gute-Nacht-Geschichten für die Kleinsten
Himpelchen und Pimpelchen
Ein Küsschen für den Mond
 
   
 
     

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